Bongwe Primary School

 

So überheblich sind wir nicht, unsere  Aktivitäten an der Bongwe Primary School (unser Foto zeigt eines der Schulgebäude) als Musterbeispiele zu rühmen, die überall Schule machen sollten. Aber so weit gehen wir dann doch: Auf das, was seit 2008 an der Bongwe Primary School in Ukunda erreicht worden ist, dürfen wir ein bisschen stolz sein.

So wurden für die  140 Kinder der 1. Klasse, die vorher im Unterricht auf dem Boden hocken  mussten, 80 Schulbänke angeschafft. Die Bänke wurden nicht importiert, sondern vom örtlichen Schreiner gefertigt, zum Preis von 18 Euro pro Bank. Den Schulkindern war geholfen, aber dem Schreiner damit ganz nebenbei auch. Mittlerweile wurden auch alle alten Klassenzimmer von unserem Verein  renoviert.

Ein anderes Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, in regelmäßigen Abständen vor Ort zu sein, weil man  andernfalls gravierende  Probleme gar nicht mitbekommt. Einem Vorstandsmitglied fiel bei einem Besuch auf, dass an der Bongwe Primary School die Zahl der Kindergartenkinder unübersehbar geschrumpft war. Frage: Was ist los? Die dramatische Antwort: Viele Kinder seien an Malaria oder anderen Krankheiten gestorben oder einfach verhungert!

Unser Verein reagierte mit einem Feeding-Programm, um Kinder täglich mit einer Mahlzeit aus Maismehl, Zucker und Milch zu versorgen. Eine Mutter übernahm die Aufgabe, das Essen zuzubereiten und das Geschirr zu spülen, und verdiente  damit, positiver Nebeneffekt, ein finanzielles Zubrot für sich und ihre Familie.  Unsere Aktion tat auch  dem schulischen Bildungsangebot  insgesamt  gut, denn ohne die Feeding-Offensive wären etliche Kinder gar nicht zur Schule gekommen. Am Anfang waren es 25 Schüler im Alter zwischen 4 und 7, bald jedoch besuchten mehr als 40 Kinder den Unterricht, weil sie wussten: Schlag zehn Uhr gibt es etwas zu essen.

Unser Feeding-Programm trug also schnell Früchte. Besonders gut messbar war das, als  auch die 8. Klasse einbezogen werden konnte. Deren Schüler müssen sich  auf die Abschlussprüfung vorbereiten.  Das ist unheimlich schwer, wenn der Magen leer ist. Das warme Essen führt jetzt am Ende des Schuljahrs im landesweiten Vergleich  zu deutlich besseren  Prüfungsergebnissen. Das Programm läuft im Übrigen auch während der Schulferien.

2016 haben wir den Schwerpunkt unserer Hilfstätigkeit dann verlagert: hin zum innovativen Neema-Dorf (siehe auch das Extra-Kapitel). Das erfolgreich etablierte Feeding-Programm an der Bongwe Primary School wird jetzt von einem anderen Träger weiter geführt.