Neema-Dorf

Das Neema-Dorf ist zu unserem Vorzeigeprojekt geworden. Im Mittelpunkt steht die  Neema Support Group, die auch beim kenianischen Ministerium für "Gender, Children and Social Development" registriert ist. Deren Mitglieder sind mit dem HI-Virus  infiziert und leben damit am Rande der kenianischen Gesellschaft. Sie leiden unter Zukunftsängsten, viele der Erkrankten verlieren ihre Arbeit, werden zum Teil sogar obdachlos.

Die  Neema Support Group ist mittlerweile weit über die Grenzen der Provinz Kwale hinaus bekannt. 2014  hatten wir das Privileg, unser  Neema-Dorf bei den  Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag   der Gattin des kenianischen Präsidenten, Margaret Kenyatta, vorstellen zu können. Dieses große Interesse  freute uns natürlich sehr. Das Foto rechts dokumentiert den Besuch von Frau Kenyatta an unserem Informationsstand.


Wenn man etwas Pathos nicht scheut, kann man sagen: Das Neema-Dorf ist zu einer Bastion geworden, die den Betroffenen ein menschenwürdiges Dasein sichert. Das Neema-Dorf soll aber nicht nur für Menschen, die  an HIV erkrankt sind,  der  neue Lebensmittelpunkt sein. Das Dorf steht  ganz allgemein  für sozial Schwache offen. Als Betreuer mit dabei ist seit Gründung der kenianische Sozialarbeiter Emmanuel Kuria Macharia. Emmanuel hält uns als Gewährs- und Verbindungsmann mit seinen Berichten auf dem laufenden.

Wir können mit Fug und Recht von einem Dorf  reden, denn das Grundstück, das wir 2011 erworben haben, ist  nicht weniger als  4200  Quadratmeter groß. Das Gelände wird seit Beginn von der Selbsthilfegruppe landwirtschaftlich genutzt.  2012 gingen dort auch Werkstätten für Schreiner und Schneider in Betrieb. Anfang 2013 wurde die Vertiefung des Brunnens abgeschlossen. Das frische Brunnenwasser wird für einen geringen Preis auch an  Menschen in der Nachbarschaft verkauft, was unseren  Nachbarn den langen Weg zu einer entfernten Frischwasserstelle erspart und zugleich belegt, dass wir über den Zaun unseres Grundstücks hinaus denken. Das Frühjahr 2013 brachte die schwersten Regenfälle seit Jahren. Unser Land wurde arg  in Mitleidenschaft gezogen. Über viele Wochen konnten keine Arbeiten verrichtet werden, auch das Lehmhaus unseres Wachmanns war komplett zerstört. Seit Juli 2013 wohnt der Wachmann nun mit seiner Frau und seinen Kindern in einem Steinhaus direkt am Tor. Zentrales Bauprojekt 2013 war eine große Toilettenanlage. Die neue Anlage, integriert sind auch einige Duschgelegenheiten, ist mit einem modernen Abwassersystem ausgestattet, so dass die Abwässer  nicht - wie leider üblich - das Grundwasser verunreinigen.

2015 ist ein individuelles medizinisches Hilfsprogramm für die  Neema Support Group angelaufen. Deren Mitglieder werden nun von Dr. Kenneth Ireri vom Ukunda Medical Centre, das wir ebenfalls seit Jahren unterstützen (siehe Extra-Kapitel),    kostenlos betreut.

2015 konnte auch ein Wasserturm fertig gestellt werden. Der 10.000 Liter fassende Tank steht in 3,5 Metern Höhe.  Ein noch  wichtigerer    Baustein für die  Zukunft des  Dorfes ist eine Fördermaßnahme, die dankenswerterweise vom Landwirtschaftsministerium der Provinz Kwale bewilligt worden ist. Dadurch, dass 2016 eine kontinuierliche Tröpfchenbewässerung
installiert  worden ist
(siehe unser Foto),  kann
auf dem Neema-Land jetzt eine Nutzpflanzen-Plantage für Tomaten und Okra betrieben werden. Mitarbeiter des Ministeriums haben die Aufgabe, die Mitglieder der Neema-Gruppe entsprechend anzuleiten. Jetzt kommen auch die per  Container aus Deutschland nach Kenia geschickten Gartengeräte  intensiv zum Einsatz.

Die Beachtung, die das Neema-Dorf  findet, belegt auch die Tatsache, dass ein Gruppenmitglied 2016 auf einer Messe in Nairobi sprechen konnte. Im Dezember 2016 reiste eine Abordnung der Neema Support Group nach Kampala/Uganda, um auf einer internationalen Messe die Produkte aus Ukunda zu präsentieren und neue Geschäftspartner zu gewinnen.


Die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte (siehe Foto) klappt sehr gut. Nach der guten Ernte 2017 wurde ausgiebig diskutiert, wie der Gewinn angelegt, verteilt, reinvestiert oder gespart werden kann und soll. Wir können davon ausgehen, kontinuierlich Tomaten  im Angebot zu haben, weil wir  bei über 1200 Tomatenpflanzen auf dem Neema-Gelände jederzeit eine reife Ernte einfahren und den Mark damit bedienen können. 

Sie sehen, im Neema-Dorf haben wir schon  einiges geschafft. Aber die Liste unserer  weiteren  Vorhaben ist anspruchsvoll.  Wir brauchen Ihre Unterstützung.




Das ist der Wasserturm (Baujahr 2015) auf unserem Neema-Gelände. Einen architektonischen Schönheitspreis wird dieses Bauwerk wohl nicht bekommen. Trotzdem sind wir rundum zufrieden: Das Ding funktioniert, und das ist für die Neema-Bewohnerinnen und für uns die Hauptsache.