Vorneweg zwei brandaktuelle Infos. Beide datieren vom 8.2.2022:

1.  Manuela Recknagel, unsere Schriftführerin, ist gegenwärtig in Ukunda.
Wir sind sehr optimistisch, dass Manuela bei der Rückkehr gute Nachrichten im Gepäck haben wird. Daniel und Omari, unsere Mitarbeiter vor Ort,  haben uns ja bereits wissen lassen,  dass auf dem vereinseigenen Neema-Land mit einer guten Ernte zu rechnen sei.

2.  Einen wesentlichen Schritt weiter sind wir bei der Suche  nach einem Zahnarztstuhl (dazu Näheres unten im Abschnitt "Weitere Infos zum Container"). Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte wird in seinem Monatsmagazin "Der Freie Zahnarzt" eine entsprechende Suchmeldung platzieren. Für  diese Zusage danken wir der Chefredakteurin  Dr. Ulrike
Stern ganz herzlich.

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Problem:  Die Wasserschläuche sind undicht. Schuld ist die Sonne

Aufschub: Der Container geht erst im Frühjahr 2022 auf die Reise

Gesucht: ein Zahnarztstuhl

Zweimal hatten die Vereinsmitglieder 2021 in erfreulich großer Zahl bereits an Online-Versammlungen teilgenommen. Was ein Notbehelf war, bedingt durch Corona. Am 11. September  erfolgte  endlich der Schritt zurück in  die Normalität. Bei der Jahreshauptversammlung saßen die Mitglieder nicht virtuell am Bildschirm beieinander, sondern realiter in Ulm.

Schon bei den Online-Treffen  hatte uns ein Thema von  Gewicht beschäftigt. Das war die Frage: Sollen wir  auf eine Methode  zurückgreifen, die vor etlichen Jahren mit Erfolg praktiziert  worden ist? Soll der Verein also  auf dem Schiffsweg wieder einen Container mit Hilfsgütern nach Ukunda verfrachten lassen? Oder spricht die Kosten-Nutzen-Analyse eher dagegen, weil die Frachtgebühren aktuell  sehr hoch sind und den Betrag, der üblicherweise in der Portokasse liegt, deutlich übersteigen (die Speditions-probleme auf den Weltmeeren zählten 2021 immer wieder zu den Themen der Zeitungs- und Fernsehnachrichten).

Die Entscheidung  war einhellig: Das Container-Projekt wird  verschoben, ins Jahr 2022 hinein. Den Ausschlag gab  hauptsächlich der Bericht, den Manuela Recknagel (Mitglied aus dem thüringischen Steinbach-Hallenberg, jetzt auch Schriftführerin unseres Vereins) geliefert hatte. Weil  Kenia-Besuche 2020 wegen der Pandemie  unterbleiben mussten, war es 2021 umso wichtiger, mit eigenen Augen ein ungeschminktes Bild vom Stand der Dinge in Ukunda zu gewinnen. Manuela Recknagel schaute  bei ihren zwei Ukunda-Aufenthalten   genau hin und entdeckte Schwachstellen. Es geht dabei um die Leitungsschläuche der Tröpfchenbewässerung auf dem Neema-Land, der vereinseigenen Nutzpflanzen-Plantage für Tomaten und Okra.


Als der Hahn für die Tröpfchenbewässerung aufgedreht wurde, war das ein Festtag nicht nur für den Verein "Wir helfen in Ukunda". Sogar politische Prominenz erschien 2016 zu diesem  Ereignis, vornedran der Gouverneur der Provinz Kwale (unser Foto), der das Projekt auch finanziell gefördert hatte. Das Konzept  Steter Tropfen garantiert gute Ernten  bewährte sich erfreulicherweise  dann auch in der Praxis. Dank der kontinuierlichen Tröpfchenbewässerung konnten die  Frauen in unserem Neema-Dorf ertragreiche Tomaten- und Okra-Ernten einfahren.

Mittlerweile sind sechs  Jahre vergangen, das ist natürlich nicht sehr viel Zeit, aber man sollte die Brennkraft der afrikanischen Sonne eben nicht mit  europäischen Maßstäben messen. Die sengende Sonne über Ukunda hat die Schläuche des Bewässerungssystems derart strapaziert, dass die an vielen Stellen porös und undicht geworden sind.  Also hat aktuell das Reparieren der Bewässerungsanlage höchste Priorität, nicht das Beladen und Verschicken des Containers. Auf die Unterstützung der Provinzregierung  können wir  weiter bauen. Die wird das Neema-Land von einem Traktor umpflügen lassen. Das hilft uns sehr, denn schweres Gerät wie einen  Traktor besitzen wir nicht.


Weitere Infos zum Container

Ausgangspunkt unseres  Container-Projekts ist das  Elisabeth Klinikum Schmalkalden. Man ist dort  umsichtig vorgegangen und hat  medizinische Geräte, die ausgedient haben und durch neues, modernes Material ersetzt worden sind, nicht einfach entsorgt, sondern auf weitere Verwendbarkeit hin geprüft. So warten in Schmalkalden u.a. ein Beatmungs-, ein Narkose- und ein Ultraschallgerät darauf, beladen  und per Container nach Ukunda geschickt  zu werden, wo dieses Material noch sehr gute Dienste leisten kann.

Weil der Container erst im Frühjahr 2022 auf die Reise gehen wird, bleibt noch ein Zeitfenster für weitere Spenden. Wir hoffen beispielsweise auf einen Zahnarztstuhl. Aus Ukunda hat uns der Hilferuf  erreicht, dass die zahnärztliche Versorgung im argen liegt und dringend ein tauglicher Behandlungsstuhl gebraucht wird. Wir sind optimistisch, nicht lange nachbohren zu müssen, sondern ziemlich  schnell einen hiesigen Zahnarzt zu finden, der zu  einer Spende für den Ukunda-Container bereit ist, wenn er demnächst seinen eigentlich noch gebrauchstüchtigen Behandlungsstuhl durch ein topaktuelles Modell ersetzen wird.