Das Aktuellste, über das wir im Moment berichten können, ist die  Jahreshaupt-versammlung, die am 23. März 2019 in Ulm stattgefunden hat. Den entsprechenden  Bericht finden Sie weiter unten am Ende  der Rubrik Aktuelles, weil wir die   chronologische Abfolge   nicht durcheinander bringen wollen.  Man könnte Texte und Fotos, die Ereignissen aus den Jahren 2017 oder 2018  gelten, natürlich jetzt auch löschen. Aber  Sie haben sicher Verständnis,  wenn wir beispielsweise  damit noch eine Zeitlang   in Wort und Bild renommieren wollen, dass  der Provinz-Gouverneur höchstpersönlich in unser Neema-Dorf kam, um die wichtige Tröpfchenbewässerung aufzudrehen. Jetzt also zunächst zurück ins Jahr 2017:

 

 

+++++++  Wir  haben in jüngerer  Zeit  wieder erlebt, wie  segensreich der stete Tropfen sein kann. Unter dem Stichwort "Projekte" finden Sie im Absatz  "Neema-Dorf" genaue Informationen über die Tröpfchenbewässerung, die dort  mit Unterstützung der Provinz Kwale installiert worden ist. Dank der kontinuierlichen Bewässerung können die Bewohnerinnen  unseres Neema-Dorfs jetzt gute Tomaten- und Okra-Ernten einfahren. Das empfanden sie natürlich als wahren Segen. Aber dann trübte die Regenzeit die Freude. Wir mussten einen massiven Rückschlag verkraften, weil die Regenzeit 2017 äußerst heftig verlief und  die Wasserfluten auf dem Neema-Land große Schäden verursachten.  Das große Foto ganz oben zeigt, wie trocken es im Neema-Dorf normalerweise ist. Das kleine Foto wurde 2017 aufgenommen, als die Regenzeit auf dem Gelände massive Schäden anrichtete. Aber es gelang erfreulich rasch, die Schäden zu beheben und beispielsweise die Umzäunung des Neema-Geländes wieder in Ordnung zu bringen. 

 

+++++++  Wer die Nachrichten verfolgte, weiß, dass die Präsidentschaftswahlen  in Kenia hart umkämpft waren und sogar wiederholt werden mussten.  Die Gouverneurswahl in der Provinz Kwale hatte  dagegen unangefochten Bestand. Unsere  Meinung ist  natürlich nicht gefragt, wir haben uns politisch nicht einzumischen. Trotzdem sei festgestellt: Uns vom Verein "Wir helfen in Ukunda"  konnte es nur recht sein, dass der bisherige Gouverneur  von den Menschen  in Ukunda und weit drumherum  in seinem  Amt bestätigt worden ist. Denn dieser Politiker hat  nach Kräften die Installierung  der segensreichen Tröpfchenbewässerung für unser Neema-Dorf  unterstützt. Das Foto zeigt den Gouverneur bei dem fröhlichen Festakt, mit dem im Neema-Dorf die Tröpfchenbewässerung in Betrieb genommen wurde.



+++++++  Wer von ertragreichen Ernten liest und Bilder von gut gedeihenden Tomatenstauden  betrachtet, kann eines  leicht übersehen: Afrika ist anders, das ist nicht wie bei uns. Was dramatisch deutlich wurde, als die Neema-Bewohnerin Ann bei der Arbeit zwischen all den üppigen Pflanzen plötzlich von einer Schlange  gebissen wurde. Der betroffene Fuß schwoll  bedrohlich an. In diesen Minuten zahlte  sich das Netzwerk, über das unser Verein   mittlerweile verfügt, wieder einmal aus.  Dr. Kenneth Ireri, mit dessen Medical Centre  wir partnerschaftlich verbunden sind,  kümmerte sich sofort um die Patientin. Dank seiner medizinischen Hilfe hatte der Schlangenbiss für Ann keine ganz üblen Folgen.



+++++++   Auf Regen folgt Sonnenschein, so heißt es. Aber leider läuft es genau so oft umgekehrt, dann folgt auf Sonnenschein eben Regen. Eitel Sonnenschein herrschte für uns,  als 2017 auf dem Neema-Land trotz der Wassermassen während der Regenzeit ein Reinerlös von 7000 Euro erwirtschaftet werden konnte. Aber schon Anfang 2018 war für die  Verantwortlichen des Vereins nicht zu übersehen, dass Eintrübungen auf uns zukommen. Von Menschen  wie den  Frauen auf dem   Neema-Land   darf niemand erwarten, dass sie dauerhaft  ein bestimmtes Arbeitspensum schaffen. Die Frauen sind HIV-Patientinnen, damit früher oder später am Ende ihrer Kräfte, so trist sind die Aussichten bei dieser Immunschwäche leider noch immer. Bei unserer Gruppe nahm die  körperliche Belastbarkeit sogar dramatisch  ab. Was tun? Wie können wir vermeiden,  dass das fruchtbare Ackerland 2018  weitgehend brach liegen wird?  Das war die Frage, die uns Sorgen bereitete. Doch dann war  glücklicherweise Grund zum Aufatmen:

++++++  Zur  Jahreshauptversammlung unseres  Vereins  am 21. April 2018 in Ulm kam   Dr. Fabian Dörr, der 1. Vorsitzende, mit einer positiven Nachricht:  Eine Gruppe von 15 Zuwanderinnen aus dem kenianischen Hochland ist bereit, unserer Neema-Gruppe zur Seite zu stehen. Die 15 Frauen sind gesund und tatkräftig  und bringen, was unbezahlbar ist, praktische Erfahrungen mit, denn im  Hochland haben  die Menschen eine ausgeprägte Ackerbaukultur.  Hinzu kommt,  dass die   Kenianerinnen  aus dem Landesinneren Christen sind, so dass während des Ramadan keine Probleme entstehen. Der Vereinbarung zufolge werden die arbeitsfähigen und -willigen Neema-Frauen in die Gruppe integriert.  Und der finanzielle Ertrag, der unterm Strich bleibt, soll fair geteilt werden:  halbe halbe.

++++++    Stand Ende Juli 2018:  Ein Hoch auf die Hochland-Kenianerinnen!  Die 15 sind sehr aktiv  und haben es geschafft, unser ganzes Land zu bewirtschaften. Vom Verein wurden ihnen umgerechnet 200 Euro als Startkapital  vorgeschossen, damit ausreichend  Setzlinge gekauft und eingesetzt werden konnten.  In wenigen Tagen wird, für alle Beteiligten ein schöner Moment, nun mit der Ente begonnen! Als Erntehelferinnen mit dabei sind auch die Neema-Frauen - natürlich nicht alle, sondern nur diejenigen, die ausreichend bei Kräften sind, denn HIV-Patientinnen durchleiden ein ständiges  Auf und Ab.   


++++++   Stand Anfang 2019:  Schönfärberei macht keinen Sinn, mittlerweile ist  wieder ein   Rückschlag  zu konstatieren. Die Regelung, dass die HIV-Frauen und die Hochländerinnen   den finanziellen Ertrag halbe/halbe miteinander teilen, hat den Praxistest  nicht  problemlos bestanden, weil die Hochländerinnen  bemerkt haben, dass sie naturgemäß deutlich mehr leisten als die HIV-Frauen. Dem hat Dr. Fabian Dörr bei seinem Ukunda-Aufenthalt im Dezember 2018 vernünftigerweise Rechnung getragen: Die Halbe-Halbe-Vereinbarung  wurde aufgegeben, nun sollen  die Hochländerinnen  drei Viertel des Landes bewirtschaften, die HIV-Frauen ein Viertel.

++++   Bei ihrem Aufenthalt Ende 2018 haben Fabian Dörr und seine Frau Lydia, die aus Kenia stammt, im Übrigen die Notwendigkeit gesehen, in den vorhandenen Werkstätten (Schneiderei und  Schreinerei) neue Impulse zu setzen. Das größere Problem ist dabei die Schreinerei, weil die Nachfrage nach Möbeln wie Betten oder Schränken gering  ist. Die Menschen in Ukunda geben das wenige Geld, das sie haben, notgedrungen eher für Kleidung aus. Die Schreinerei wird nun als Übergangsquartier für 70 Hühner und 10 Hähne genutzt, die uns von einem Bauern geschenkt worden sind, der das Geflügel sonst hätte schlachten müssen.  Die kleine Hühnerfarm ist recht produktiv, und die Eier  sind von den Neema-Bewohnern auch leicht zu vermarkten. Damit sind  keine großen Summen zu verdienen. Aber wie heißt es so schön? Auch Kleinvieh macht Mist! Um die Schreinerei wieder frei zu bekommen, wird jetzt ein richtiger Hühnerstall   errichtet.

++++++  Für  unsere Nähmaschinen ist eine gute Lösung in Sicht. Weil das Interesse an einer Schneiderausbildung in Ukunda und Umgebung sehr groß ist, kann die örtliche Berufsschule gar nicht alle Interessentinnen aufnehmen. Wir überlegen deswegen, die gut ausgestattete Schneiderwerkstatt als zusätzliche Ausbildungsstätte anzubieten.

++++++ Am  23. März hat in Ulm die Jahreshauptversammlung  2019  stattgefunden mit einem ausführlichen Bericht des Vorsitzenden Dr. Fabian Dörr über den Stand  der Dinge in Ukunda.  Der Punkt, der die meisten Nachfragen auslöste, war die Auswahl einer neuen Schule, die wir unterstützen wollen. Das Thema ist deswegen aktuell, weil wir das Engagement für die Bongwe Primary School und die Mwakigwena Primary School ja erfolgreich abgeschlossen haben (siehe die entsprechenden Kapitel). Auszug aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung 2019:

Die Jahreshauptversammlung 2018  hatte den  Vorstand beauftragt, in Ukunda nach einer Schule zu schauen, die vom Verein unterstützt werden könnte. Fabian Dörr kontaktierte daraufhin die Ng'ori Primary School. Die liegt in der Nähe unseres Neema-Geländes im Busch, ihr Bedarf an Unterstützung ist sichtbar groß.

Während der Überlegungen, was man für diese  Schule tun könne,  nahm überraschender- und erfreulicherweise Frau Hintz, eine Lehrerin der Insel-Kühkopf-Grundschule in Stockstadt am Rhein,  Kontakt zu Fabian Dörr auf. Sie war auf Urlaub in Ukunda gewesen und hatte sich als Lehrerin  dort für  die Raising Star Junior School interessiert. Die  Ärmlichkeit dieser Schule  ließ Frau Hintz nicht ruhen: Sie setzte sich zuhause in Stockstadt für eine Hilfspartnerschaft mit der Raising Star Junior School  in Ukunda ein. Als sie im Internet nach einer geeigneten Einrichtung suchte, um die Partnerschaft zu realisieren,  stieß sie  auf unseren Verein. Sie meldete sich beim Vorsitzenden und bat  um einen Meinungsaustausch, ob und wie eine Unterstützung der Schule in Ukunda  sinnvoll sei.

Fabian Dörr besuchte daraufhin bei seinem Aufenthalt in Ukunda die Raising Star Junior School und verglich sie mit der von ihm ins Auge gefassten Ng'ori Primary School.

Die Raising Star Schule ist eine Privatschule, die Eltern müssen Schulgeld bezahlen: pro Monat 1850 KSH (was etwa  16 Euro entspricht). Zum Vergleich: Ein staatlicher Lehrer verdient  im Monat  zwischen 3000 und 6000 KSH, also im günstigsten Fall nur etwas mehr als das Dreifache des geforderten Schulgelds. Dementsprechend erscheint  die finanzielle Situation dieser Schule  gut. Sie hat  eine Küche, die Schüler bekommen ein Essen, das durch das Schulgeld mitfinanziert ist. Die Gebäude sind alle solide aus Stein und gehören den zwei Direktoren, die die Schule gegründet haben. Für das Gelände muss aber Pacht bezahlt werden, und dafür hätte die Schule gerne eine Unterstützung.

Die Ng'ori Primary School  dagegen ist staatlich, die Kinder müssen kein Schulgeld bezahlen, die Eltern werden aber um einen freiwilligen Beitrag von  monatlich 200 KSH  gebeten. Es gibt nur fünf Klassenzimmer aus Stein, die Klassen 2, 3, 4 müssen in renovierungsbedürftigen Lehmräumen unterrichtet werden. Beide Schulen haben eine Kindergartenabteilung. Und auch die  Ng'ori Primary School versorgt  die Kindergartenkinder mit Porridge als Mittagsmahlzeit, aber die Grundschulschüler bekommen  dort kein Essen.

Der Vergleich legt nahe,  dass die staatliche Ng'ori Primary School noch stärker auf Hilfe angewiesen ist als die private Ukunda Raising Star Junior School. Davon konnte Fabian Dörr wohl  Frau Hintz, die anfragende Grundschullehrerin, überzeugen. Sie sagte aber, sie habe  den Kindern und den Kollegen schon von der Ukunda Raising Star Junior School  berichtet  und wolle deswegen zunächst  dieser Schule etwas zukommen lassen. Einen Wechsel  zur Ng'ori Primary School  halte sie aber für möglich.


So weit der Auszug aus dem Protokoll. Bei der Jahreshauptversammlung war die Resonanz einhellig: Die Vereinsmitglieder baten den Vorsitzenden, den Kontakt zur engagierten  Frau Hintz nach Möglichkeit zu intensivieren mit dem Ziel, gemeinsam mit Stockstadt ein weiteres Hilfsprojekt in Gang zu bringen.