Ukunda Medical Centre

Das Medical Centre in Ukunda wurde 1997 von Dr. Kenneth Ireri eröffnet. Dieses Krankenhaus ist dem Grundsatz verpflichtet, jedem Patienten bestmöglich zu helfen - unabhängig von Herkunft, Religion, politischer Einstellung und finanzieller Lage. Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht, gerade auch nicht in Afrika. Die einzige Einnahmequelle des Medical Centre sind Patientengelder. Trotzdem und das ist für uns entscheidend, behandeln Dr. Ireri und sein Team auch Patienten, die für die Kosten nicht aufkommen können. 

Unser Verein hat Dr. Ireri moderne Krankenhausbetten, Inkubatoren, ein Röntgengerät und Ultraschallgeräte zur Verfügung gestellt. Auch ein  Generator (dieser war eine Spende der Bundeswehr) und Verbandsmaterial wurden von uns per Schiff nach Ukunda verfrachtet. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens konnten wir dem Medical Centre zu einem Beatmungsgerät verhelfen. Vorher waren nur kleine Operationen unter Regionalanästhesie möglich. Zu den Operationen in Vollnarkose kommt seither ein Anästhesist aus Mombasa nach Ukunda. Wir haben den Kauf des Beatmungsgeräts nur deswegen stemmen können, weil der Hersteller, die Firma Dräger in Lübeck, großes finanzielles Entgegenkommen zeigte.  Dafür herzlichen Dank.  Bis das Gerät nach einer langen Seereise endlich in Ukunda ausgepackt werden konnte, mussten wir viele Hebel in Bewegung setzen, um Probleme mit dem Zoll und der Bürokratie zu überwinden.

Das Medical Centre in Ukunda ist ein Musterbeispiel dafür, wie erfolgreich das vielbeschworene Konzept Hilfe zur Selbsthilfe letztlich sein kann. Dr. Ireri steht heute ein gut ausgebildetes Team von ärztlichen und pflegerischen (Teilzeit-)Kräften zur Seite,  so dass eine 24-Stunden-Rufbereitschaft seit  Jahren garantiert ist. Mehrere Krankenschwestern tun Dienst im Schichtsystem, um die ambulanten und stationären Patienten zu betreuen. Zum weiteren Personal zählen Laborangestellte, Pharmazeuten  und eine Köchin, die auch für die Reinigungsarbeiten im Krankenhaus zuständig ist.

Heute müssen die Patienten nur noch für aufwändige Spezial-untersuchungen in größere Krankenhäuser überwiesen werden. Weil ein  Schwerpunkt des Krankenhauses  in der Schwangerschafts- und Gebur-tenbegleitung liegt, wurde  ein Facharzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde für einen Tag pro Woche engagiert. Speziell ausgebildetes Personal kümmert sich in Zusammenarbeit mit einem Sozialarbeiter um Patienten, die mit HIV infiziert sind. Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Team des Ukunda Medical Centre um Dr. Ireri können auch künftig  Menschen, die in anderen Projekten unseres Vereins arbeiten, sicher sein, eine moderne medizinische Unterstützung zu erfahren.

Seit einigen Jahren besteht zwischen dem Ukunda Medical Centre und dem North Coast Medical Training College eine enge Kooperation. Junge Menschen, die sich in der Hochschule, die unmittelbar nördlich von Mombasa gelegen ist, in medizinischen Berufen aus- und weiterbilden lassen, werden häufig als Angestellte im Medical Centre in Ukunda übernommen. Die Kooperation erlaubt eine kontinuierliche Erweiterung des medizinischen Leistungsspektrums im Medical Centre. Dies kommt unmittelbar der Bevölkerung in Ukunda zu Gute.